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Energiekosten und langwierige Verfahren belasten Kaiser Aluminium

„Steigende Preise bekommen alle zu spüren“

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais war zu Gast bei der Kaiser Aluminium-Umformtechnik GmbH in Dunningen. Im Zentrum des Austausches mit den Geschäftsführern Thomas Kaiser, Raphael Arens, Stefan Kruck sowie dem Fertigungsleiter Manfred Trudel stehen insbesondere die hohen Energiekosten sowie Schwierigkeiten bei Exportgenehmigungen.

„Wir gehören zu den energieintensiven Industrien. Entsprechend spüren wir die steigenden Preise“, berichtet Kruck. Strom bleibe gegenüber dem Gas der dominierende Kostenfaktor. „Wir sind schon aus Kostengründen weiterhin auf Gas angewiesen“, betont Kaiser. Angesichts der Strompreisentwicklung sei es auch in Zukunft schwierig davon abzurücken. Für Karrais, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft im Landtag, ein bekanntes Bild: „Die steigenden Strompreise bekommen alle zu spüren, Unternehmen wie Privatpersonen. Der Hauptfaktor für diese Entwicklung sind die steigenden Netzentgelte und Umlagen“. Zu lange sei einseitig auf den Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen gesetzt worden, ohne die Netzinfrastruktur mitwachsen zu lassen. Nun müsse der Netz- und Speicherausbau priorisiert werden. So könne man die Strompreise langfristig wieder senken, so der Rottweiler Abgeordnete. „Die Stromerzeugungskosten gehen gegen Null, aber die Umlagen gegen unendlich. Das ist eine Entwicklung, für die viele zu Recht kein Verständnis haben“, sagt Karrais.

Hinzu komme, dass das Unternehmen aufgrund formaler Kriterien bei den Stromsteuerrückerstattungen Einbußen hinnehmen müsse, wie Arens hervorhebt. Die Geschäftsführer fordern hier Nachbesserungen an den Regelungen. Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, zeigt Verständnis für den Unmut: „Wenn die formalen Regeln nicht zur wirtschaftlichen Realität passen, muss man sie überarbeiten“. Es sei unverständlich, dass Betriebe aufgrund ihrer Kapitalstruktur von Entlastungen ausgeschlossen blieben.

Eine weitere Herausforderung für das Unternehmen liege in langwierigen Genehmigungsverfahren. „Seit einigen Jahren beliefern wir auch Kunden in der Verteidigungsindustrie. Jedoch werden wir hier vor bürokratische Hürden gestellt“, kritisiert Kaiser. Je nachdem in welches Land man exportieren wolle, warte man lange Zeit auf die Genehmigungen der zuständigen Bundesbehörden. Bestimmte Aufträge seien aufgrund dessen mit einer wirtschaftlichen Unsicherheit verbunden. FDP-Politiker Karrais zeigt sich irritiert: „Es kann nicht sein, dass man öffentlich eine stärkere Verteidigungsfähigkeit einfordert, dann aber in der Praxis bei Genehmigungen den Riegel vorschiebt.“ Er kündigte an, sich über die Möglichkeiten einer zügigeren Bearbeitung zu informieren.

Info: Die Kaiser Aluminium-Umformtechnik GmbH ist ein führender Anbieter komplexer Aluminium-Schmiedeteile für die Automobil- und Rüstungsindustrie. Das 1983 gegründete Familienunternehmen betreibt Werke in Fluorn-Winzeln sowie Dunningen.

Bildunterschrift (v.l.n.r.):  Thomas Kaiser, Daniel Karrais, Raphael Arens und Manfred Trudel