Karrais und Rülke bei Schweizer in Schramberg
„Berufliche Bildung ist ein zentraler Standortfaktor“
Der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat gemeinsam mit FDP-Spitzenkandidat Dr. Hans-Ulrich Rülke das Unternehmen Schweizer Electronic AG in Schramberg besucht. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Vorstandsvorsitzenden Nicolas Schweizer und Finanzvorstand Marc Bunz sowie Personalleiterin Inge Schebesch standen die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg sowie die Bedeutung der beruflichen Ausbildung.
Die Schweizer Electronic AG ist das älteste Industrieunternehmen in Schramberg und ein international tätiger Hersteller von Leiterplatten. „Wir produzieren Hochtechnologie, in einigen Bereichen sind wir weltweit einzigartig“, erläutert Schweizer. Mit Sorge blickt das Unternehmen jedoch auf die internationale Entwicklung der Industrie: „Rund 90 Prozent der Leiterplatten werden heute in Asien produziert, in Europa sind es nur noch wenige Prozent“, beschreibt Bunz die Lage. Hohe Bürokratiekosten, fehlende Planbarkeit und hohe Energiekosten belasteten die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standorts. „Wir bleiben unserer Heimat aber treu“, stellte Schweizer klar.
Das Land müsse Rahmenbedingungen verbessern, erwiderte Landespolitiker Karrais: „An Zollpolitik und globalen Ereignissen können wir nichts ändern. Unsere Aufgabe ist es den Unternehmen Flexibilität und beste Voraussetzungen zu geben, um sich schnell anzupassen“. Um das zu erreichen, wolle die FDP in Regierungsverantwortung die Unternehmen entlasten: „Wir brauchen eine starke Infrastruktur und wollen unseren Mittelstand von Bürokratie entlasten“, betont Rülke, FDP-Spitzenkandidat bei der anstehenden Landtagswahl.
Um die Vorreiterstellung des Unternehmens aufrechtzuerhalten brauche es weiter qualifiziertes Personal. Personalleiterin Inge Schebesch schildert die Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung: „Die Berufsorientierung und der Kontakt zur Industrie kommt in den Schulen zu kurz. Abitur und Studium geht anscheinend vor.“ Rülke, Landesvorsitzender der FDP, sieht darin ein grundsätzliches Problem: „Berufliche Bildung ist der Schlüssel für unseren wirtschaftlichen Erfolg hier in Baden-Württemberg. Sie muss gesellschaftlich wieder den gleichen Stellenwert haben wie ein Studium.“ Es sei ein Trugschluss, dass nur ein akademischer Weg zu guten Perspektiven führe. Die FDP-Politiker kritisieren, dass die grün-geführte Landesregierung die Werkrealschulen abgeschafft habe. „Wir brauchen ein vielfältiges Schulsystem, das den unterschiedlichen Begabungen gerecht wird. Nicht jedes Kind muss aufs Gymnasium. Und nicht jedes Kind muss studieren“, betont Karrais. Die FDP spreche sich deshalb unter anderem für die verbindliche Grundschulempfehlung und eine Stärkung aller Schulformen aus.
Info:
Schweizer wurde 1849 gegründet und ist damit das älteste Industrieunternehmen in Schramberg. Seit 1958 ist das Unternehmen als Leiterplattenhersteller tätig. Heute beschäftigt Schweizer rund 600 Mitarbeitende. Die Produkte kommen unter anderem in der Automobilindustrie, der Luftfahrt sowie in industriellen Anwendungen zum Einsatz.
Bildunterschrift (v.l.n.r.): Marc Bunz, Nicolas Schweizer, Dr. Hans-Ulrich Rülke, Daniel Karrais, Inge Schebesch (Foto: Fink)


