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Karrais und Rülke im Austausch mit Glatthaar

„Wir müssen wieder ermöglichen statt verhindern“

Der Rottweiler Landtagsabgeordnete Daniel Karrais hat gemeinsam mit dem FDP-Spitzenkandidaten Dr. Hans-Ulrich Rülke das Bauunternehmen Glatthaar Keller in Schramberg besucht. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit Geschäftsführer Reiner Heinzelmann und dem kaufmännischen Leiter Marcel Widmaier stand die Frage, wie Bauen in Baden-Württemberg wieder schneller und einfacher werden kann.

Die Glatthaar Gruppe ist bundesweit tätig und decke mit Kellerbau, Betonfertigteilen, Erdbau, Infrastrukturbau und Objektbau ein breites Spektrum ab, stellte Heinzelmann das Unternehmen vor. „Die Baukrise der letzten Jahre hat auch uns hart getroffen. Wir haben die Talsohle aber durchschritten, neue Geschäftsfelder erschlossen und sind nun wieder auf Wachstumskurs – wir stellen wieder Mitarbeiter ein“, berichtet Heinzelmann. Die Krise habe jedoch die strukturellen Probleme verdeutlicht, unter denen die Branche leide. Als zentrales Hemmnis benennt das Unternehmen die vielen Vorschriften. „Am Ende zahlt der Kunde jede einzelne Regelung. Wir brauchen keine neuen Vorgaben, sondern weniger und mehr gesunden Menschenverstand“, fordert Heinzelmann.

Die Forderung stieß bei Besucher Rülke auf offene Ohren. „In Baden-Württemberg fehlen rund 200.000 Wohnungen. Die kann der Staat nicht allein bauen. Wir brauchen dazu private Investitionen“, so der Spitzenkandidat. Mit immer neuen Auflagen und einer Mietpreisbremse locke man jedoch kein Kapital an. Rülke verwies auf den Besuch des Bürokratieabbaustaatssekretärs aus Argentinien, der von einem sprunghaften Anstieg des Wohnungsangebots berichtete, nachdem man Mietpreisbremsen abgebaut habe. „Wir wollen die Landesbauordnung weitgehend aussetzen und die Überregulierung beenden. Sie werden kein Haus bauen wollen, das zusammenfällt. Da brauchen Sie keinen Staat dafür, der Ihnen die Deckenhöhe vorschreibt“, sagte Rülke.

Ein weiteres zentrales Thema war die Digitalisierung der Verwaltung. Marcel Widmaier schildert die Praxis: „Viele Anträge liegen monatelang auf dem Amt, weil ein Stempel fehlt.“ Karrais, der im Landtag den Kreis Rottweil vertritt, fordert deshalb, dass Genehmigungsverfahren weiter digitalisiert und automatisiert werden: „Das beschleunigt die Bearbeitung von Anträgen und entlastet die Verwaltung“. Vor allem müsse mit der Mehrfachabgabe von den selben Daten Schluss sein. Andere Länder zeigten seit Jahren, dass dies funktioniert.

Neben dem Neubau ging es auch um die Sanierung der Ortskerne im Kreis Rottweil. Karrais verweist auf zahlreiche Gespräche im Rahmen seiner „Heimatliebe-Tour“, bei der er die Ortschaften im Kreis besucht hat: „Gerade in kleineren Ortschaften gibt es viele leerstehende Gebäude“. Oft scheitere eine sinnvolle Umnutzung am Denkmalschutz sowie den hohen Kosten für Abriss und Neubau. „Wenn wir unsere Ortskerne lebendig halten wollen, müssen wir Denkmalschutz pragmatischer gestalten und Abrisse finanziell unterstützen“, fordert der Rottweiler Abgeordnete.

Info:
Die Glatthaar Gruppe ist ein familiengeführtes Bauunternehmen mit Sitz in Schramberg. Das Unternehmen ist unter anderem im Keller- und Betonfertigteilbau, im Tief- und Objektbau sowie mit digitalen Lösungen und einer eigenen Bauakademie aktiv.

 

Bildunterschrift (v.l.n.r.): Reiner Heinzelmann, Daniel Karrais, Dr. Hans-Ulrich Rülke, Marcel Widmaier (Foto: Fink)