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Situation bei der Ärzteversorgung im Landkreis Rottweil bleibt weiter angespannt

Der FDP-Landtagsabgeordnete Daniel Karrais zeigt sich nach der Antwort des Sozialministeriums auf seine Kleine Anfrage (Drs.17/8919) zur ärztlichen Versorgung im Landkreis Rottweil alarmiert. Die neusten Daten bestätigten den Trend der vergangenen Jahre und sie zeigten, dass sich der Mangel an Kinder- und Hausärzten weiter zuspitze, so Karrais in einer Mitteilung. Besonders dramatisch sei die Situation bei der Kinder- und Jugendmedizin. Diesen Mangel bekämen viele Eltern schon zu spüren.

„Der Versorgungsgrad ist innerhalb von zwei Jahren von 84,5 % auf nur noch 66,8 % gefallen. Dass fast ein Drittel der Kinderärztinnen und -ärzte im Landkreis bereits über 60 Jahre alt ist und die Nachfolgesuche oft schleppend bis ergebnislos verläuft, ist ein fatales Signal“, sagt Karrais.

Auch die hausärztliche Versorgung verschärfe sich weiter. Im Mittelbereich Rottweil ist der Versorgungsgrad laut Sozialministerium von 77,5 % im Jahr 2023 auf nur noch 71,3 % im Jahr 2025 gesunken. Karrais warnte, dass auch hier die Entwicklung künftig rückläufig sei aufgrund des vergleichsweisen hohen Alters der Ärzteschaft.

Es sei daher wenig verwunderlich, dass der Landkreis Rottweil mittlerweile bei der Kinder- und Jugendmedizin sowie bei der Allgemeinmedizin (Hausärzte) offiziell seit 2. Juli 2025 als unterversorgt gelte. „Dieser Schritt ist wichtig, um endlich Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungssituation zu ergreifen“, ist der Abgeordnete überzeugt. Karrais sieht die Lösung weiterhin in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ), initiiert durch den Landkreis: „Andere Landkreise wie zum Beispiel Calw machen es vor. Hier gibt es seit 2019 ein genossenschaftliches MVZ mit Kinderärzten, das erfolgreich unter Federführung des Landkreises gegründet wurde.“ Die FDP habe im Kreistag deshalb beantragt, dass der Landkreis die Gründung eines MVZ mit den Kommunen koordiniere und auf den Weg bringe.

„Die derzeit bestehenden Förderprogramme des Landes sind unzureichend, um den Mangel in den kommenden Jahren entgegen zu wirken“, sagt Karrais.  

Der Rottweiler fordert eine Reform der Bedarfsplanung. Derzeit werde weder das Alter der Ärzte noch der Rückgang an verfügbarer Arbeitszeit durch Teilzeitmodelle berücksichtigt. Zwei neue Ärzte braucht es heute oft, um eine volle Stelle zu ersetzen, aber das spiele im aktuellen System kaum eine Rolle. „Die Planungen der KVBW müssen auf den Prüfstand. Das Land muss mit dem Bund endlich die gesetzlichen Grundlagen dafür schaffen. Es reicht nicht, immer nur auf die KV zu verweisen“, ist Karrais überzeugt.