Mahle–Standort Rottweil: FDP-Politiker Rülke und Karrais zu Besuch bei Kolbenhersteller
Der Fraktionsvorsitzende der FDP im Landtag von Baden-Württemberg, Dr. Hans-Ulrich Rülke, besuchte gemeinsam mit dem Rottweiler Landtagsabgeordneten Daniel Karrais den Rottweiler Standort des Automobilzulieferers Mahle, um sich über die Folgen der aktuellen Schwäche der Autoindustrie für den Standort zu informieren. Im Gespräch mit Werkleiter Reiner Müller standen insbesondere die Auswirkungen des ab 2035 geplanten Verbrenner-Aus für Neufahrzeuge im Mittelpunkt. „Als Kolbenwerk wären wir in Rottweil natürlich unmittelbar von einem Verbot betroffen“, sagte der Werkleiter.
Er betonte jedoch, dass Verbrennungsmotoren auch klimafreundlich betrieben werden können: „Gerade bei Nutzfahrzeugen kann Wasserstoff direkt in den Motor eingespritzt werden. E-Fuels und Biokraftstoffe machen das klimaneutrale Fahren schon jetzt möglich“, so der Standortchef. Jedoch kämen diese Technologien wegen gegenläufiger EU-Vorgaben nicht voran.
FDP-Landesvorsitzender Rülke stellte klar: „Ein starres Verbot des Verbrenners ab dem Jahr 2035 gefährdet Arbeitsplätze und den Wohlstand des Autolands Baden-Württembergs. Darum muss das Verbot fallen.“ Sein Fraktionskollege Karrais ergänzt: „Wir brauchen den Technologiemix. Aber solange es das politische Ziel ist den Verbrenner zu verbannen, investiert niemand in regenerative Kraftstoffe, die Neufahrzeuge und die Bestandsflotte klimafreundlich machen können“. Dies werde von Gegnern des Verbrenners als Beweis angeführt, dass „die Verbraucher nur noch E-Autos wollen“, schüttelt Karrais den Kopf.
Die Zeit dränge, betont Werkleiter Müller. Investitionsentscheidungen in neue Produktionslinien müssen bald gefällt werden. „Bei einem Produktzyklus von mehreren Jahren brauchen wir schnell Klarheit in der Gesetzgebung. Sonst riskieren wir Arbeitsplätze und unser Know-how.“, warnte Müller. „Darum hilft es auch nicht, wenn man das Verbrenner-Aus um ein Jahr hin oder her verschiebt, wie die Grünen das vorschlagen“, bekräftigte Rülke die Bedenken.
Bei einem Rundgang durch das Werk zeigte sich, welche Folgen die Schwäche der Automobilwirtschaft bereits hat. Positiv zeigt sich jedoch der Zulauf bei Mahle als Ausbildungsbetrieb. „Wir bilden derzeit 40 junge Menschen aus. Wir haben mit unserer Fertigungstiefe ein sehr breites Angebot und eine sehr gute Lehrwerkstatt“, betont Müller. Man wolle auch künftig in Rottweil produzieren, doch die Rahmenbedingungen müssten eben stimmen.
„Wir retten das Klima nicht, wenn wir hier auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung verzichten. Darum brauchen wir Technologieoffenheit und wollen den Markt entscheiden lassen, welche Antriebe gefahren werden“, betonten die FDP-Politiker Rülke und Karrais abschließend. „Nirgendwo sonst auf der Welt hält man es für nötig einzelne Antriebsformen zu verbieten. Das macht uns keiner nach und das aus guten Gründen“, stellte Rülke seine Position klar. Darum sei es notwendig, dass das Land sich für eine Abkehr vom Verbot einsetze. Eine Forderung, die bei den Mahle-Vertretern auf offene Ohren stieß.
Bildunterschrift: (vl.n.r.) Foto: Daniel Fink,
Sascha Wagner (Head of Corporate External Affairs), Daniel Karrais MdL, Werkleiter Reiner Müller, Dr. Hans-Ulrich Rülke MdL, stellv. Werkleiter Güner Kaymas und Betriebsrat Klaus Güntert


